Bewirtungskosten Erstattung

Immer wieder kommt es zu dem Fall, dass ein Außendienstmitarbeiter einen Kunden oder Geschäftspartner auf seiner Dienstreise bewirtet. Bei der Steuerprüfung kommt es dann zum Streit darüber, ob die Erstattung der Bewirtungskosten angemessen ist und daher einen lohnsteuerfreien Auslagenersatz darstellen.

Es ist nicht gesetzlich geregelt was „angemessene“ Bewirtungskosten sind. Dabei kommt es stets auf die Branchenverhältnisse an und die konkreten Umstände des Einzelfalls. So wird vom Fiskus auch für die Erstattung der Bewirtungskosten überprüft, ob ein Unternehmer angesichts der Vorteile die er durch die Bewirtung erwartet, ebenfalls verursacht hätte. Besonders typische Prüfkriterien sind die Unternehmensgröße, der Umsatz & Gewinn, die Bedeutung der Bewirtung für den Geschäftserfolg und auch die Stellung des bewirteten Geschäftspartners. Aber es wird auch überprüft, welcher Repräsentationsaufwand in der Branche bzw. einer vergleichbaren Branche üblich ist.

  • Geht es um die Angemessenheit der Kosten und somit um die Erstattung der Bewirtungskosten sollte sich der Unternehmer an diesen vier Kriterien orientieren:
  • Es gibt keine feste Obergrenze für Bewirtungskosten. Die Größe des Unternehmens ist maßgeblich sowie die Höhe des Umsatzes und des Gewinns.
  • Für die Frage der Angemessenheit spielt es keine Rolle, ob ein neuer Kunde oder ein langjähriger Geschäftspartner bewirtet wird.
  • Je besser die Geschäfte laufen, desto höher dürfen die Bewirtungskosten ausfallen. Das gilt auch für den Fall, dass ein kleinerer Geschäftspartner bewirtet wird.

Vom Finanzgericht HH werden 100 Euro als Bewirtungskosten je Anlass und Person als angemessen gehalten. Dieses Urteil stammt allerdings aus dem Jahr 1994 (FG Hamburg, Urteil vom 05.01.1994, Az.: I 184/91). Aufgrund der zwischenzeitlichen Kostensteigerungen dürfte heute ein Betrag zwischen 150 und 175 Euro als angemessen gelten.

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