Bewirtungskosten Ausland

Bei Bewirtungskosten handelt es sich um Aufwendungen für den Verzehr von Speisen und Getränken sowie sonstigen Genussmitteln und auch den damit verbundenen untergeordneten Positionen wie bspw. Trinkgelder.

Ob die Bewirtungskosten in voller Höhe oder nur zum Teil oder überhaupt nicht abzugsfähig sind, das ist abhängig von ganz unterschiedlichen Voraussetzungen. Es gilt generell, dass ein Unternehmer 70 % der Bewirtungskosten als Betriebskosten gewinnmindernd absetzen kann und die enthaltene Umsatzsteuer im vollen Umfang als Vorsteuer geltend machen darf. Die Grundvoraussetzung ist, dass die Bewirtungskosten aus betrieblichen Anlass entstanden sind und auch in ihrer Höhe als angemessen gelten.

Wie verhält es sich bei Bewirtungskosten im Ausland?

Ein Beispiel: Ein selbstständiger Exportberater hat mehrere Jahre lang Bewirtungskosten im Ausland geltend gemacht, da er dort mit Kunden zum Essen gegangen ist. Im Rahmen einer Außenprüfung wurden Betriebsaufwendungen in Höhe von 15.000 Euro nicht anerkannt und das aus drei zurückliegenden Jahren. Das Problem: Der steuerpflichtige hatte versäumt, den eigenen Namen auf die Rechnungen über 150 Euro vergessen anzugeben. Zudem hatte er auch in einigen Fällen nicht mehr die originale Rechnung, sondern hat dafür Eigenbelege erstellt. Vom Finanzamt wurden diese nicht anerkannt.

Vom Bundesfinanzhof wird ganz klar erläutert, dass auch für Bewirtungskosten im Ausland grundsätzlich folgende Angaben zu machen sind: Ort, Tag, Teilnehmer, Anlass der Bewirtung sowie die Höhe der Aufwendungen. Zudem seien bei der Bewirtung in einem Restaurant die Angaben zu Anlass und Teilnehmer ausreichend, allerdings muss die Rechnung beigefügt werden. Der Name des Gastgebers muss oberhalb eines bestimmten Betrages angegeben werden.

Des Weiteren heißt es auch dass die maschinell erstellte und korrekte Rechnung des Restaurants nach dem Gesetzeswortlaut auf jeden Fall beizufügen ist und nicht durch Eigenbelege ersetzt werden könnte. Selbst eine Kreditkartenabrechnung ist kein Ersatz. Das gilt auch bei den Bewirtungskosten im Ausland. (Bundesfinanzhof Urteil vom 18.04.2012, Az. X R 57/09).

Eine kurze Anmerkung: die aktuelle Rechtslage besagt, dass ab einem Rechnungsbetrag von 150 Euro neben den weiteren Angaben auch der Name und die Anschrift des Gastgebers auf der Rechnung vermerkt sein muss. (vgl. ESrRl 4.10 Abs. 8).